
Energieversorgung in Ziegenrode 2035
Wir schreiben das Jahr 2035 ...
... und Ziegenrode ist ein leuchtendes Beispiel für eine resiliente und zukunftsfähige Energieversorgung geworden. Dank des entschlossenen Engagements einer mutigen Initiative ist das Dorf heute nahezu energieautark. Über 60.000 € Gewinne aus der Energieproduktion fließen jedes Jahr in eine dorfeigene Stiftung, um weitere Projekte zu finanzieren. Ziegenrode hat gezeigt, dass die Energiewende nicht nur eine technische Herausforderung ist, sondern vor allem eine Frage von Zusammenarbeit und Engagement. Heute wird das Energiedorf Ziegenrode regelmäßig von anderen Gemeinden aus dem Kreis, aber auch aus ganz Deutschland, besucht.
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Wie wurde das möglich?
Der Grundstein für diese Transformation wurde bereits Anfang der 2020er Jahre gelegt, als die Herausforderungen des fossilen Energiesystems offensichtlich wurden. Die hohe Abhängigkeit von externen Energiequellen, geopolitische Krisen und steigende Energiepreise führten dazu, dass die Gemeinde gemeinsam mit lokalen Initiativen eine klare Vision für eine nachhaltige Energieversorgung entwickelte. Der Durchbruch kam mit dem Aufbau eines genossenschaftlichen Nahwärmenetzes. Einige Engagierte hatten sich 2024 im Rahmen einer Nahwärmereihe informiert und ihre Ideen in den Ortsbeirat getragen, der das Vorhaben sofort unterstützte. Nach reichlicher Überlegung und vielen Gesprächen mit anderen Leuten im Dorf entschied sich die Initiative zunächst gegen ein Nahwärmenetz und gründete stattdessen eine Energiegenossenschaft, da ihnen die eigene Stromproduktion niedrigschwelliger erschien. Die Idee ging auf: Ein Landwirt stellte brachliegende Flächen für eine Freiflächen-PV-Anlage zur Verfügung. Nachdem die Anlage stand, konnten die jährlichen Überschüsse für die Entwicklung weiterer Projekte eingesetzt werden. Hierzu wurde eine eigene Dorfstiftung gegründet, die auf demokratischem Wege Gelder über einen Fonds an neue Projektinitiativen vergab, zum Beispiel die Entwicklung einer eigenen E-Carsharing-Flotte. Mit diesen Erfolgen stieg das Vertrauen in gemeinschaftsgetragene Projekte. Davon beflügelt ging die Initiative nun eine eigene Nahwärmeversorgung an. Gestützt auf Solarthermie, Holzhackschnitzel und eine Großwärmepumpe – betrieben durch ihre eigene, günstige Energieversorgung – wurde dieses Netz zum Herzstück der Wärmeversorgung in Ziegenrode. Inzwischen sind noch drei kleine Windräder und ein Pyrolysekraftwerk hinzugekommen, sodass über die Energiegenossenschaft der gesamte Bedarf des Dorfes gedeckt wird und jährliche Überschüsse von 60.000 € erzielt werden, die in die Dorfstiftung fließen.
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg war die starke lokale Beteiligung. Öffentliche Versammlungen, Beratungen und Workshops sorgten für eine hohe Transparenz und trugen dazu bei, dass die Dorfgemeinschaft sich mit den Projekten identifizieren konnte. Besonders wichtig war auch die Entscheidung der Kommune, Vorrangflächen für erneuerbare Energien explizit für lokale Initiativen zu reservieren.
Zudem haben moderne Technologien wie Smart Grids und Energiespeicher dazu beigetragen, die Energieversorgung effizient und flexibel zu gestalten. Ein Batteriespeicher gleicht Erzeugungsschwankungen aus und sorgt für Sicherheit bei der Energieversorgung. Über eine App können die Bürger:innen ihren Energieverbrauch in Echtzeit überwachen und die Produktion optimieren. Und die alte Linde, die schon viele Dorffeste erlebt hat, wird heute solarbetrieben angestrahlt.